Aktuelles

Studienkolleg St. Irenäus im Blickpunkt der Renovabis-Eröffnung

Dr. Johannes Oeldemannpdp/ Ronald Pfaff Paderborn, 7. Mai. 2019. Das Studienkolleg St. Irenäus in Paderborn wurde im Jahr 2013 als Wohnheim für orthodoxe Stipendiaten eingerichtet. Es ist dem vom Erzbistum Paderborn getragenen Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik zugeordnet, dem die Betreuung des Stipendienprogramms der Deutschen Bischofskonferenz für orthodoxe und orientalisch-orthodoxe Theologen übertragen wurde. 

Im Rahmen der Eröffnung der Renovabis-Pfingstaktion in der kommenden Woche in Paderborn lädt das Studienkolleg St. Irenäus zu einem Tag der Offenen Tür am Samstag, 18. Mai, von 10 bis 15 Uhr ein. Die Leitung des Studienkollegs liegt in den Händen von Dr. Johannes Oeldemann, Direktor am Johann-Adam-Möhler-Institut, der in einem Kurzinterview Einblick in das Studienkolleg St. Irenäus gibt.

 

Können Sie die Zusammenarbeit zwischen dem Studienkolleg St. Irenäus und dem Johann-Adam-Möhler-Institut kurz skizzieren? 

Dr. Oeldemann: Das Studienkolleg St. Irenäus ist ein Wohnheim, in dem orthodoxe Theologinnen und Theologen wohnen, die vom Johann-Adam-Möhler-Institut begleitet werden. Es ist im Gebäude des Leokonvikts untergebracht, gehört aber zum Möhler-Institut, das im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz ein Stipendienprogramm für orthodoxe Theologen betreut. Mit diesem Programm will die Ökumenekommission der Bischofskonferenz Theologen verschiedener Ostkirchen eine bessere Kenntnis der katholischen Kirche vermitteln. Jeweils zehn Studierende kommen für ein Jahr nach Paderborn, wo sie einen Intensiv-Deutschkurs an der Universität sowie spezielle Lehrveranstaltungen für die Stipendiaten am Möhler-Institut besuchen.

 

Wie erleben die Studierenden die katholische Kirche? 

Dr. Oeldemann: Die Studierenden erleben die katholische Kirche zunächst einmal „hautnah“ durch ihre Nachbarn im Priesterseminar oder die Studierenden an der KatHO, aber auch bei Besuchen in Klöstern wie z.B. der Abtei Königsmünster in Meschede. Bei den Lehrveranstaltungen im Möhler-Institut lernen sie viel über die westliche Kirchen- und Theologiegeschichte. Sie werden über den Stand des ökumenischen Dialogs zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche informiert. Und sie erleben das Kirchenjahr, wie es bei uns gefeiert wird – mit denselben Hochfesten wie in der orthodoxen Kirche (Weihnachten, Ostern, Pfingsten), die aber doch andere liturgische Formen haben, und mit den „Besonderheiten“, die es bei uns gibt: Fronleichnam, Wallfahrten, das Liborifest, … Dadurch erhalten Sie Gelegenheit, selbst Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entdecken und für die Begegnung zwischen den Kirchen fruchtbar werden zu lassen.

 

Welche Berufsfelder gibt es für orthodoxe Theologinnen und Theologen? 

Dr. Oeldemann: Wie bei uns gibt es auch für orthodoxe Theologinnen und Theologen unterschiedliche Berufsfelder. Einige unserer Stipendiaten sind schon oder werden bald nach ihrem Studienaufenthalt in Paderborn Diakone und Priester in ihrer Kirche. Andere arbeiten an theologischen Seminaren, Hochschulen oder Universitäten. In einigen orthodoxen Ländern gibt es auch Religionsunterricht an staatlichen Schulen, so dass sich hier ein weiteres Arbeitsfeld für sie ergibt. Und natürlich kommt es auch mal vor, dass die Stipendiaten keine Anstellung im kirchlichen Bereich finden und ihren Lebensunterhalt anderweitig - in sozialen Berufen oder auch im Bereich der Wirtschaft - verdienen müssen. Die meisten finden aber – gerade aufgrund ihres Studiums im Ausland – eine gute Position in ihrer Kirche.