Ukraine

Bischof Stanislav Szyrokoradiuk

Bischof Stanislav Szyrokoradiuk Foto: Renovabis Bischof Stanislav Szyrokoradiuk wurde im Jahr 1956 in Kornatschiwka in der heutigen Ukraine geboren. Mit 22 Jahren zog er nach Riga, wo er als Hausmeister der Bischofskirche und Chauffeur des Bischofs arbeitete.

1981 trat er heimlich dem Franziskanerorden bei und studierte bis 1984 im Untergrund Philosophie und Theologie am Priesterseminar in Riga. 10 Jahre später ernannte ihn Papst Johannes Paul II zum Titularbischof von Surista und zum Weihbischof in Zhytomyr.

Im Jahr 2014 wurde er von Papst Franziskus zum Bischof von Charkiw-Saporischschja im Osten der Ukraine ernannt.

Von 1996 bis 2015 war er Präsident der Caritas der römisch-katholischen Kirche in der Ukraine, der Caritas Spes. Diese wurde erst ein Jahr zuvor gegründet und so war Bischof Stanislav Szyrokoradiuk maßgeblich am Aufbau beteiligt.

Der Bischof der Tschernobylkinder

Sein besonderes Engagement gilt sozial benachteiligten und chronisch kranken Kindern. So setzt er sich seit den 90er Jahren intensiv für Kinder ein, die an den Folgen der Tschernobyl-Katastrophe leiden. Im Westen der Ukraine errichtet er 1996 ein Kinderdorf für ebendiese Kinder. Heute nimmt die Einrichtung auch regelmäßig Kinder aus sozial schwachen Familien, Kinder mit Behinderung oder Waisenkinder auf. Die Einrichtung wird jährlich mit Spenden in Höhe von 15.000€ vom Diözesan-Caritasverband Paderborn unterstützt.

Bischof Szyrokoradiuk gründete Einrichtungen für benachteiligte Kinder in weiteren 5 Städten, in denen jährlich rund 3000 Kinder Zuflucht finden. Zudem wurden unter seiner Leitung an verschiedenen Orten der Ukraine Familienhäuser errichtet, in denen acht bis zwölf Waisenkinder jeweils mit zwei oder drei Ordensfrauen in einer familienähnlichen Atmospäre zusammenleben.

Sein Engagement gilt allerdings nicht nur den Kindern: In Kiew gründete er verschiedene Wohnheime für Studenten. In diesen leben kleine Gruppen von minderbemittelten Studenten betreut von Ordensleuten in einer Gemeinschaft. Weiterhin organisierte er den Bau eines Sozialzentrums für Flüchtlinge in der Stadt Charkiw, welche mit 1,5 Mio. Einwohnern die zweitgrößste Stadt der Ukraine ist. Von großer Bedeutung war sein Einsatz während der Unruhen auf dem Maidan im Winter 2013/14. Er stand regelmäßig im Austausch mit politischen Verantwortlichen wie z.B. dem Oppositionsführer Vitali Klitschko. Unter der Federführung des Bischofs half die Caritas Spes mit Medikamenten, Lebensmitteln und psychologischer Unterstützung für die Betroffenen vor Ort.