Ausbau der Ausbildungskurse im Jugendgefängnis Goian

Das Gefängnissystem des Republik Moldau fußt noch weitgehend auf dem alten sowjetischen Modell, welches ein Wegsperren der straffällig gewordenen Personen vorsieht, mit Bestrafung arbeitet und die Haftzeit nicht für eine Vorbereitung auf die soziale Reintegration der Gefangenen nutzt. So kommt es zu extrem hohen Rückfallquoten von ca. 60%.

Seit einigen Jahren befindet sich das System jedoch im Umbau und die Regierung der Republik arbeitet an einer Reform. Im Zuge dieser Reform wurde 2013 das erste ausschließliche Jugendgefängnis eröffnet. Gelegen im Dorf Goian 15 km nördlich von Chișinău. Hier konnten die Jugendlichen zwar einen Schulabschluss nachholen, hatten aber keinen Zugang zu weiterführenden Maßnahmen der Berufsbildung, da dies gesetzlich nicht vorgesehen war.

Der Hof eines Gefängnisses Das Jugendgefängnis GoiaFoto: Rolf BauerdickDa eine Berufsausbildung jedoch als Schlüsselelement für eine erfolgreiche gesellschaftliche Reintegration nach der Haftentlassung fungiert und vorbeugend gegen Rückfälle in die Kriminalität wirken kann, führt Regina Pacis seit einigen Jahren Berufsbildungskurse durch. Diese werden von sozialpädagogischen und psychologischen Maßnahmen begleitet. Folgende Fachrichtungen werden angeboten: Koch, Pizzabäcker, Konditor, Friseur, Schuhmacher und IT-Operator. Zusätzlich zu den handwerklichen Fähigkeiten haben die Jugendlichen durch die Kurse zahlreiche Softskills wie Zeitmanagement, Pünktlichkeit, Kommunikation oder Selbstpräsentation erworben.

Das Gefängnisklima hat sich spürbar gebessert, der Umgang zwischen Wächtern und Insassen wurde entspannter und einige Jugendliche fanden nach ihrer Freilassung eine Stelle in dem erlernten Beruf.

Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntnissen und auf Wunsch der involvierten Partner sowie dem Justizministerium hat Regina Pacis nun ein Folgeprojekt für den Zeitraum 2018 bis 2021 gestartet.

Ziel des Projektes ist die Förderung der sozialen Inklusion von 150 jugendlichen Strafgefangenen, indem ihnen der Zugang zu beruflichen Qualifikationsmaßnahmen ermöglicht wird. Es handelt sich um ein Pilotprojekt in diesem Bereich, wo eine Nicht-Regierungs-Organisation mit öffentlichen Akteuren kooperiert und gleichzeitig an einer staatlichen Reform des Strafvollzugsystems mitarbeitet.