Übergangswohnheim für junge Frauen

Nachdem im Jahr 2000 die Zahl der staatlich betreuten Kinder einen Höhepunkt erreicht hatte, geht das Amt für Statistik davon aus, dass Anfang 2015 noch ca. 3000 Kinder in staatlichen Wohnheimen wohnten. Die Gesetze sehen vor, dass mit dem Erreichen des 18. Lebensjahres die staatliche Betreuung endet. Viele der jungen Erwachsenen müssen dann von einem Tag auf den anderen ein selbstständiges Leben führen, obwohl sie darauf nicht vorbereitet sind. In den staatlichen Heimen haben sie essentielle Kompetenzen für ein autonomes Leben nicht erlernt.

Zimmer mit Betten Ein Zimmer im Wohnheim "In Cammino"Foto: Regina PacisDie meisten haben auch die Schule oder Ausbildung noch nicht abgeschlossen. Oft mittellos und ohne ein soziales Netzwerk finden sie sich alleine wieder und müssen für ihren Unterhalt selbst aufkommen. Um zu überleben, brechen die jungen Erwachsenen Schule oder Studium ab und halten sich mit einfachen Jobs über Wasser. Damit steigt das Risiko, dass die jungen Menschen obdachlos oder Opfer von Menschenhandel werden oder in die Kriminalität abrutschen.

Um jungen Frauen aus staatlichen Wohnheimen und Risikofamilien eine Perspektive zu bieten, hat Regina Pacis 2015 das betreute Übergangswohnheim "In Cammino" eröffnet. Das Wohnheim richtet sich an junge Frauen zwischen 18 und 21 Jahren. Das Haus bietet Platz für bis zu 12 Personen gleichzeitig, die maximale Verweildauer liegt bei 3 Jahren.

Hier finden sie eine intensive persönliche Begleitung beim Übergang in ein autonomes Leben. Die ersten Jahre haben gute Ergebnisse gezeigt: Insgesamt wurden bisher 14 junge Frauen in das Haus aufgenommen, davon konnten 13 ihre Ausbildung fortführen oder abschließen, 10 von ihnen haben eine Arbeitsstelle gefunden. Mit jeder einzelnen Bewohnerin wird ein individueller Vertrag abgeschlossen, der die persönlichen Ziele (wie Beendigung der Schule oder Finden einer Arbeitsstelle) beinhaltet. So konnte es gelingen, den jungen Frauen den Übergang in ein autonomes und selbstbestimmtes Erwachsenenleben zu ermöglichen. Gleichzeitig wird viel Wert auf soziales Engagement gelegt, damit sich die Bewohnerinnen nach ihrem Auszug auch als aktive Mitglieder in die Gesellschaft einbringen.