Rumänien

Schwester Carmen Tereza Rusu

Schwester Carmen Tereza Rusu Foto: Achim Pohl Rumänien gehört zu den ärmsten Ländern der EU. Vor allem auf dem Land ist die Armut besonders groß. Ganz besonders trifft diese Armut viele Jungen und Mädchen, die praktisch auf der Straße leben, weil ihre Eltern sich nicht um sie kümmern können. Immer wieder zerbrechen Familien unter den bedrückenden Verhätnissen. Die Kinder müssen betteln oder stehlen. Besonders wenn der harte Winter beginnt, haben sie es sehr schwer. Dann gilt es, diese Kinder aufzufangen und ihnen ein neues Zuhause zu geben.

Seit dem Jahr 2000 betreiben die Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel unter der Leitung von Schwester Carmen Tereza Rusu ein Kinderheim in Schineni, einem kleinen Dorf in der Region Bacau, nahe der moldawischen Grenze.

Das Kinderheim besteht aus 2 bewusst klein gehaltenen Häusern, in denen jeweils vier Jungen und vier Mädchen wohnen. Zusammen mit einer rumänischen Sozialarbeiterin, den Erzieherinnen und Erziehern sowie zwei Missionarinnen/Missionaren auf Zeit leben die Kinder wie in einer richtigen Familie. Dabei geht es vor allem darum, die Wunden, die das Leben diesen Kindern geschlagen hat, mit viel Liebe, Geduld und Fürsorge zu heilen. Da die meisten der Kinder und Jugendlichen bereits traumatische Erlebnisse in ihrem Leben hinter sich haben, wurde eine Psychologin angestellt.

Schwester Carmen und ihre Mitschwestern kümmern sich nun schon fast 20 Jahre getreu dem Motto der heiligen Maria Magdalena Postel "Seid die Mütter der Kinder: Es gibt viele, die, ohne Waisen zu sein, keine anderen haben" sowohl in Schineni als auch in den Nachbardörfern Siretu und Serbesti um die Ärmsten der Armen. Die Schwestern eröffneten ein Soziales Zentrum, in dem fast 60 Kinder eine warme Mahlzeit am Tag erhalten und ihre Hausaufgaben machen können. Außerdem gibt es hier auch Beratung und psychosoziale Hilfe für Kinder und Jugendliche sowie physiotherapeutische Angebote.

Im "Haus der Zukunft" werden ältere Jugendliche in Krisensituationen aufgefangen und es wird ihnen in besonders schweren Zeiten eine Notunterkunft ermöglicht. Hier wohnen die Jugendlichen, die noch zur weiterführenden Schule gehen oder sich in einer Ausbildung befinden, mit 18 Jahren aber zu alt für das Kinderheim sind. Sie werden im Haus der Zukunft intensiv auf den Weg in die Selbstständigkeit vorbereitet. Dazu halten die Schwestern in der ersten Etage des Hauses ein "Verselbstständigungszimmer" bereit. Schwester Carmen begleitet die Jugendlichen, während diese lernen, selbstständig zu leben. Sie bekommen ein eigenes Zimmer und tragen eine wesentliche Mitverantwortung für das Leben im Wohnbereich und im Haus.